Mikrokredite für Existenzgründer
Die EU plant, das Geschäft mit Kleinstkrediten für Existenzgründer auszuweiten, zu vereinfachen und mit einheitlichen Standards zu versehen. Tatsache ist, dass die Zahl der Existenzgründer aus “benachteiligten Gruppen” europaweit wächst, und dass diese Gruppe selten Zugang zu Bankkrediten erhält. Wobei “benachteiligte Gruppen” sehr weit gefasst ist: wenn man bedenkt, dass fast 70 Prozent der Existenzgründungen in Deutschland mit Unterstützung des Gründungszuschusses beginnen (also aus der Arbeitslosigkeit) wird diese Gruppe ganz schön “alltäglich”…
Für eine Bank rechnet sich der Aufwand nicht, den Businessplan eines Existenzgründers eingehend zu prüfen, nur um maximal 25. 000 Euro Kredit zu vergeben (sprich: verwalten). Zwar übernehmen Öffentliche Förderprogramme mindestens 80 Prozent der Bank-Haftung, aber der Verwaltungsaufwand bleibt hoch – also teuer – und die Wahrscheinlichkeit, dass der Kredit nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt werden kann, ist weitaus höher als bei einem Konsumentenkredit (die ja sehr gerne vergeben werden – sogar an Hartz IV-Empfänger (was diese oft genug endgültig ins Unglück stürzt)
Ergo: keine Sicherheiten, kein Kredit (stimmt nicht prinzipiell, aber sehr häufig)
Nachdem jedoch der Friendesnobelpreisträger Muhammad Yunus so überaus erfolgreich mit der Vergabe an Mikrokrediten für völlig arme Existenzgründer (innen! Frauen zahlen nämlich viel besser auch zurück!) ist, versuchen zahlreiche Intiativen in der EU, dem Beispiel nachzueifern. In Deutschland ist der DMI seit einigen Jahren dabei, immer mehr Partner zu akkreditieren, die als Mentoren Mikrokredite bis zu 10.000 Euro prüfen und betreuen. Allgemein steigt das Geschäft mit den Kleinstfinanzierungen.
Auch wenn es für weite Teile der Bevölkerung (vor allem der deutschen Bevölkerung) unvorstellbar ist, dass immer mehr Menschen eine Existenz gründen, die nicht zur klassischen Kaufmanns-Gruppe gehören, also Arbeitslose, ethnische Minderheiten, Angestellten-Geschädigte, Weltverbesserer, Künstler und “eigen-willige Dickköpfe”, sie werden sich irgendwann daran gewöhnen müssen!
Meine Erfahrung: selten ist wirklich unbedingt eine Fremdfinanzierung direkt bei Existenzgründung nötig. Ich halte es in den allermeisten Fällen für richtiger, erst einmal Erfahrungen zu sammeln, den Markt kennenlernen, sich zu orientieren und das individuelle richtige Marktsegment zu finden. Dann, vielleicht nach zwei, drei Jahren, lohnt sich eine Investition, da bis dahin schon ein arbeitendes Netzwerk existiert, und gezieltes Handeln überschaubar ist.
Natürlich ist das anders für Unternehmensnachfolger, Laden- oder Praxisgründer, Handwerksbetriebe etc. Aber da muss sehr genau geprüft werden, wie hoch die Gewinne und der Umsatz sein werden, ohne fachkundige Erstellung eines Businessplans geht da nun wirklich gar nichts. Leider ist das nicht jedem Existenzgründer bewusst – aber immerhin haben trotzdem mehr als Zwei Drittel der Gründer nachhaltig Erfolg – was will man mehr!!!











Mo, Nov 26, 2007
Allgemein, Existenzgründer, Geld/ Recht/ Steuern