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Warum sind reiche Menschen reich?

Do, Jan 17, 2008

Allgemein

“Reiche Menschen sind dadurch reich, dass sie weniger ausgeben als sie einnehmen”, sagt Ferdinand Piech – zitiert in der BamS vom letzten Sonntag. Mir gefiel diese Definition so gut, dass ich sie in unserem GG-newsletter wiedergab – und damit einigen Widerspruch erzeugte! Vor allem wurde Piech (oder mir) vorgeworfen, dass reiche Mernschen ja wohl ganz einfach mehr Geld haben, als sie jemals audgeben könnten! Und dann sei es keine Kunst, solche Sprüche zu bringen. Doch das halte ich für (sorry) Quatsch, denn…

wenn man mal verfolgt, was so aus reichen Menschen wird, wie sie reich wurden, was sie mit ihrem Geld anfangen, und wie ihr weiteres Schicksal verläuft, wird man sehen, dass Reichtum eine überaus flatterhafte Größe ist, die nichts mit dem märchenhaften immer gefüllten Geldtäschen zu tun hat. Was wurde aus Lottomillionären? Wie viele zu Reichtum gekommenen Menschen (meistens Männer) verlieren durch supertolle Geschäfte alles, was sie besaßen und enden irgendwann hochverschuldet!

Ist eine Paris Hilton nicht auf ihre Art eine überaus geschickte Geschäftsfrau, die mit ihrem öffentlichen Ruf durchaus mehr Geld einnimmt als sie ausgibt? Und wie viele Pop-Stars, Schauspieler und Fußballprofis enden mit ihrem ausschweifenden Leben in Armut, Sucht und Elend? Nene, was reiche Kinder von armen Kindern unterscheidet, ist sehr sehr häufig, dass sie von Anfang an von ihren Eltern oder Großeltern eingebleut bekommen: “Gib nie mehr aus als Du einnimmst!”

Und so viel Geld gibt es gar nicht, dass man es nicht locker in ein paar Jahren verbraten könnte, wenn man es nur dumm genug anstellt (zum Beispiel einen tollen Vermögensberater oder Geschästspartner hat, der sich in die eigene Tasche wirtschaftet). 

Wichtig ist, neben der Erziehung und frühkindlichen Prägung, die richtigen “Freunde” zu haben, die Beziehungen, die Netzwerke. Dann wird alles leicht, was wir noch nicht eimal zu träumen wagen, – und das ist auch das eigentliche Geheimnis der Macht. Aber die Definition stimmt trotz alledem, kein Widerspruch:

Reich bist Du, wenn Du weniger ausgibst als Du einnimmst.

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5 Responses to “Warum sind reiche Menschen reich?”

  1. Du musst Dich nicht entschuldigen wenn Du eine Aussage von irgendwem für “Quatsch” hältst.

    Ich denke da aber speziell bei Herrn Piech anders. Und auch andere “reiche” Menschen gehören für mich zu dieser Klasse.

    Einen Spruch dieser Qualität sollte man mal jemandem vorlegen, der so wenig verdient, dass er definitiv einfach mehr ausgeben muss als er hat. Einfach um zu essen und seinen Kindern Kleidung kaufen zu können.

    Na ja. Im Grunde genommen ist viel wahres an diesem Spruch. Ich finde es nur vermessen, wenn dies ein Mensch mit mehreren Millionen € Jahreseinkommen sagt.

  2. Ehrlich gesagt war mir unwichtig, von wem das Zitat stammt. Es ist einfach und logisch und stimmt. So wie: “ein Stuhl ist etwas, worauf man sitzen kann, ohne dass es zu bequem wird”
    (Außerdem habe ich mich zu wenig mit Herrn Piech beschäftigt und kann mir kein urteil über ihn erlauben. Bestbezahlter Manager zu sein, ist für mich nicht schon adhoc ein Verbrechen.

  3. Ist grundsätzlich schon richtig. Die Aussage ist logisch…

    Und das man keinem Menschen vorwerfen kann hoch bezahlter Manager zu sein, ist ja auch klar. Wir alle streben nach einem gewissen Einkommen.

    Aber man kann viele Manager für das verurteilen was sie mit den Unternehmen tun die sie führen. Bzw. für das was sie mit den Menschen tun…

    Und in irgendeiner Form ist Herr Piech schonmal in die Affäre um Volkswagen verstrickt. Und auch wenn er steif und fest behauptet das es nicht so ist, bin ich davon überzeugt, dass ein Mensch in seiner Position mitbekommt was in einem Konzern wie Volkswagen läuft. Der hat da richtig was zu sagen! Und man sagt ihm nach ein Kontrollfreak zu sein. Warum soll er in diesem Bestechungsskandal die Kontrolle verloren haben?

    Was bei VW gelaufen ist, zielte ganz klar auf die Mitarbeiter ab. Betriebsräte bestechen die wesentlichen Einfluss auf Gehaltsforderungen haben, ist nicht richtig!

    Das da auch andere Personen beteiligt gewesen sein müssen (speziell Herr Hartz) ist auch klar. Macht aber die Sache nicht besser…

    Ist aber auch egal. Die Aussage klingt logisch. Und nur um die Aussage ging es ja.

  4. B.Meyer sagt:

    Hallo,
    möchte meinen “Senf” an dieser Stelle auch mal dazu geben, auch wenn ich bisher “nur” stummer Gast hier bin.(Kann sich ja ändern *lol*)

    Für den normalen Mitteleuropäer mit einem sicheren Durchschnittseinkommen mag es ja zutreffen, dass er “haushalten” kann, um nicht mehr auszugeben als einzunehmen – da wird dann eben nur Geld für das Nötigste ausgegeben (was auch immer das ist für die Jeweiligen). Das lässt aber dennoch keinen Vergleich zu, wenn man die sozialen Hintergründe dabei außer Acht lässt, die einen Menschen in die Lage versetzen, entweder selbst zu entscheiden, wieviel er ausgeben und was er auf die “hohe Kante” legen kann, oder ihm keine Wahl lässt.
    So einfach zu behaupten, derjenige sei reich, der weniger ausgibt als er einnimmt – setzt voraus, dass die Einnahmen so hoch sind, dass er selbst entscheiden kann, wieviel davon er ansparem oder auch gewinnbringend anlegen will.
    Diese Möglichkeit zu entscheiden haben Viele aber erst gar nicht. Und das liegt meines Erachtens an der Herkunft, dem sozialen Netzt und vor allem an der Bildung… und da kommen wir in einen Bereich, den zu diskutieren würde Monate dauern…
    Ich gebe das aber dennoch mal in die illustre Diskussionsrunde – nur mal so – einfach um darüber nachzudenken….

    Werde versuchen am 12. 02, dabei zu sein!

    LG Birgit

  5. Liebe Birgit,
    ich freu mich, dass dieser Satz so viel Diskussion auslöst. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich (notgedrungen) mit dem Thema, wie man denn gut und nachhaltig wirtschaftet. Liegt mir als “ewiger Angestellter” nun so gar nicht im Blut.
    Das Geheimnis liegt ganz sicher in der Bildung. Kinder von reichen Leuten bekommen beigebracht, wie man Geld vermehrt – und Du glaubst nicht, wie viele reiche Leute immer mal wieder völlig verschuldet ganz unten waren – und wieder hoch gekommen sind.
    Das zweite Geheimnis sind die Netzwerke, das Vitamin B. Wenn ich familiär bedingt lauter reiche Leute kenne, brauche ich – wenn es mir mal schlecht geht – nur die richtigen Fäden ziehen, und ich habe zumindest wieder einen guten Job, oder ein gutes Angebot, um Geschäfte zu machen.
    Das dritte Geheimnis ist die Selbstüberzeugung, dass mir materieller Erfolg im Blut liegt. Die meisten Menschen aus unteren Gesellschaftsschichten würden es sich selbst nie zutrauen, viel Geld zu verdienen. Sie glauben, so einen Erfolg gar nicht “zu verdienen”.
    Und außerdem: alles hat seinen Preis. Wer ist am hilfsbereitesten? Wer sieht die Not seines Nächsten am ehesten? Wer ist großzügig, wenn andere was brauchen? Wohl selten die “Reichen”. Wären sie so, wären sie nämlich nicht mehr lange reich…
    Vielleicht schreibe ich mal über Lebenswege von bekannten Lottogewinnern. Daran kann man gut sehen, wie die einzelnen Menschen gepolt sind, wo sie die Prioritäten setzen. Ich bin sicher, ich würde bei einem Gewinn mehr Geld ausgeben als ich einnehme – bis nichts mehr da wäre… es sei denn, ich hätte ein visionäres Ziel, das ich nur mit Geldeinsatz verfolgen kann: zum Beispiel Mikrokredite für Geschäftsgründer anbieten, die kein Eigenkapital haben. Das würde mir Spaß machen, würde lauter Mini-Visionen zu Realitäten werden lassen – und würde vielleicht sogar Geld einbringen?!

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