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Honorarberechnung für Selbständige – Stundensatz im Vergleich zm Stundenlohn

Di, Apr 29, 2008

Allgemein, Existenzgründer

Neues vom Existenzgründerblog

Heute war eine junge Dame bei mir in der Beratung, die sich eigentlich gar nicht selbständig machen möchte, aber… das Unternehmen, bei dem sie sich um eine Anstellung beworben hat, möchte sie lieber als Freiberuflerin engagieren. Ist natürlich billiger und risikoloser für das Unternehmen. Und so hat sie sich gemeinsam mit ihrem Schwiegervater auf den Weg gemacht, um alle Fakten zusammenzutragen, die den sachlichen Vergleich zwischen Selbständigkeit und sozialversicherungspflichtigem Arbeitsplatz ermöglichen. So haben die Beiden zum netto-Stundensatz (im Vergleich zum Stundenlohn einer Angestellten) alles hinzugerechnet, was eine Gleichstellung der Leistungen bedeuten würde:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • Krankenkassenbeitrag
  • Krankentagegeldversicherung
  • freiwillige Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft
  • Lohnausfall bei vier bis sechs Wochen Urlaub im Jahr
  • Steuern
  • Betriebshaftpflicht
  • Betriebskosten: Auto, Benzin, Kosten für die Buchhaltung, Steuerberater, Werbemittel, Telefon etc.

Natürlich bleibt da noch dieFrage nach einer eventuellen Scheinselbständigkeit, wenn nur ein Auftraggeber da ist! Unser Unternehmensberater, der ebenfalls kurz bei der Beratung hereinschaute, meinte ganz selbstverständlich: immer auf den Brutto-Stundenlohn 50 Prozent drauflegen, dann passt es. Und natürlich: “Warum will sie das denn nicht als Selbständige machen, das ist doch gut!” Tja, wir Selbständigen denken irgendwie ganz anders als Angestellte. Natürlich kann ich dem künftigen Auftraggeber eine Rechnung aufmachen, die ihm beweist, dass er mir als Selbständigem so viel zahlen muss, dass sich für ihn eine Festanstellung besser rechnet (und hoffen, dass ihn meine Argumente überzeugen…) – ich kann es aber auch als Chance sehen:

  • als Freie/r bin ich nicht weisungsgebunden, wenn mir was nicht passt, such ich mir andere Auftraggeber
  • ich kann meine Zeit frei einteilen (sehr gut für junge Mütter!)
  • ich muss nicht in der negativ verzinsten gesetzlichen Rentenversicherung bleiben
  • ich kann mein Aufgabenfeld erweitern, verändern, anpassen = ich kann mich beruflich entwickeln!
    _

    Ich bin gespannt, wie die junge Frau sich entscheidet. Auf der einen Seite kann ich gut verstehen, dass sie das freie Arbeiten scheut (ich kenne auch einige Fälle, wo Selbständige nach vielen Jahren sehr, sehr dankbar eine sozialversicherungspflichtige Anstellung angenommen haben – und die Sicherheit ausgesprochen genießen!), auf der anderen Seite erlebe ich auch, dass gerade Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen, das selbständige Arbeiten sehr angenehm finden – vor allem, wenn der Ehemann für die Grundsicherung sorgen kann, und die Frau nicht allein für die Familie verantwortlich ist.

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