Armutsbericht der Bundesregierung
Ich mach ja nun seit über drei Jahren Internetredaktion, verfolge die Tagespresse in Bezug auf Wirtschaftsnachrichten intensiv und schreibe über alles, was meiner Meinung nach Existenzgründer, Berater und kleine und mittlere Unternehmen interessieren könnte. Und so lese ich auch Jahr für Jahr den Armutsbericht. Ganz klar: seit Einführung von Hartz IV (ALG II, Arbeitslosengeld II) hat sich eine neue Kaste entwickelt von Empfängern staatlicher “Sozialtransfers”.
Und es werden immer mehr: zu den Langzeitarbeitslosen und klassischen Sozialhilfeempfängern gesellen sich nach und nach Studienabsolventen, Geringverdienende, Alleinerziehende, Vollzeitkräfte – ja, jetzt liest man immer häufiger von Lehrern, Kirchenmitarbeitern, Akademikern, die zu ihrer Vollzeitbeschäftigung ergänzendes ALG II beziehen!
Und sobald man da in den Fängen der staatlichen Fürsorge gelandet ist, muss man selbstverständlich über alles Rechenschaft ablegen: warum man erwägt, sich selbständig zu machen, warum man den Arbeitsplatz wechseln will, warum die Ehefrau und Mutter kleiner Kinder nicht arbeiten gehen will, warum man in eine größere Wohnung umziehen will – oder gar in eine andere Stadt (was dann nur wieder diese andere Stadt interessiert – logisch).
Wie schnell wird ein Ausnahmefall zur Regel, wie schnell gewöhnt sich unser Volk an diesen “Sozialismus durch die Hintertür”, wie schnell wird durchgehende Kontrolle und Bevormundung zur Selbstverständlichkeit…
Klar gibt es viele, viele, die sich hervorragend arrangieren mit ihren “Transferleistungen”, die noch ein bisschen schwarz arbeiten und mit treuem Augenaufschlag dem Staat geben, was der Staat von ihnen will: Ergebenheit, Dankbarkeit, Einsicht und die ständige (angebliche) Bereitschaft, alles zu tun, um wieder finanziell unabhängig zu werden. Ehrenwort! Aber es macht krank, so Theater zu spielen und sich immer verstecken zu müssen. Und es macht auch krank, zu rsignieren und sich in sein SchuÃcksal zu ergeben. denn herein kommt man leicht – aber heraus sehr schwer, sehr schwer…











Mo, Mai 19, 2008
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