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Haushaltshilfen aus Osteuropa für pflegebedürftige Senioren

Fr, Apr 24, 2009

Allgemein, Wirtschaft

In Deutschland arbeiten etwa 100.000 Haushaltshilfen aus Osteuropa. Davon ist schätzungsweise nicht einmal jede zehnte legal beschäftigt. Die allermeisten Frauen pflegen hilfsbedürftige Senioren, knapp 90 Prozent der Pflegebedürftigen sind über 80. Die Masse der illegalen Beschäftsgungsverhältnisse ist zum einen finanziell zu erklären, aber auch wegen der fast unüberwindlichen bürokratischen Hürden.

Diese Ergebnisse sind Teil einer Studie des Deutschen Instituts für Angewandte Pflegeforschung, die Mitte April 2009 in Berlin vorgestellt wurde.  Das Kölner Institut betont, dass es sich bei den osteuropäischen Pflegehelferinnen nicht um ein “Rand- oder Nischenphänomen” handelt. Für die Studie wurden 154 Familien mit Pflegekräften aus Osteuropa und 261 Pflegedienste befragt.

42 Prozent der befragten Familien gaben an, dass sie auf osteuropäische Hilfskräfte zurückgreifen müssten, da sie sich keine teurere Alternative leisten können. 16 Prozent erklärten, dass sie auch mehr Geld für die Pflege zahlen könnten. Der Rest wollte zu dem Thema keine Stellung nehmen.

Eine osteuropäische Haushaltshilfe, die rund um die Uhr schwarz arbeitet, verdient im Monat rund 1.200 Euro. Für eine deutsche Pflegefachkraft müssten etwa 5.000 Euro gezahlt werden. Zusätzlich müssten die beauftragenden Familien die Arbeitgeberanteile aufbringen.

In Deutschland sind etwa 2,2 Millionen Menschen pflegebedürftig. Rund 1,5 Millionen werden zu Hause betreut. Potentiell würden schätzungsweise 145.000 Familien eine Haushaltshilfe benötigen, um eine vollstationäre Unterbringung zu vermeiden.

Die Haushaltshilfen übernehmen die tägliche Hausarbeit, gehen einkaufen und erledigen Behördengänge. Sie kochen, waschen und baden die pflegebedürftigen Senioren. Rechtlich gesehen dürfen die Frauen nicht alle pflegerischen Tätigkeiten übernehmen: es ist zum Beispiel nicht gestattet, Medikamente zu verabreichen.

Offiziell ist die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland für Bürger aus osteuropäischen Beitrittsländern noch eingeschränkt. Im Jahr 2008 wurden nur 3051 osteuropäische Haushaltshilfen legal über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt. Zudem sind rund 70 Vermittlungsagenturen in Deutschland tätig.

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