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Alfred Preußner:
mit über 70 Jahren wie ein Existenzgründer

Nein, Sie haben sich nicht verlesen. Alfred Preußner, ehemals Präsident des Deutschen Friseurhandwerks und Vizepräsident des Deutschen Handwerks, hat sich noch einmal richtig engagiert. Das mit 78 Jahren. Und zwar erfolgreich! Auch wenn er noch im ersten Jahr seinerHobby-Existenz steht, sieht es so aus, als scheine es schon wieder eine Erfolgsstory zu werden. Anscheinend gelingt alles, was dieser großgewachsene sportliche Mann in die Hand nimmt, und das hat seinen Grund…

Alfred Preußner ist unter die Buchautoren gegangen. Er schreibt gerade an seinem zweiten Buch, das schon fast fertig ist, – das erste, seine Autobiografie, ist seit März 2008 am Markt.
Mal ehrlich, wie viele Biografien lesen wir, um herauszufinden, was erfolgreiche Menschen von Nichterfolgreichen unterscheidet? Diese Autobiografie – mit dem Titel “Erfolg ist nicht ohne Schatten” – gibt Aufschluss über den geraden Weg eines geraden Mannes.

Als ich meinen Kindern aus Alfred Preußners Kindheit unter den Nationalsozialisten vorlas, waren sowohl der 16-jährige als auch die 22-jährige so fasziniert, dass meine Tochter spontan meinte: “Das Buch möchte ich auch gerne lesen!” Und das in Zeiten, wo unsere armen Kinder durch Schule und Fernsehen so mit dem Thema “Drittes Reich” gequält werden, dass es ihnen eigentlich nur noch zum Hals heraushängt!

Das Besondere an Alfred Preußners Schreibstil ist die gelassene kritische Distanz, die er zu sich selbst hat, intelligent, nüchtern, objektiv. Und so führt uns der Autor im ersten Drittel sehr lebhaft in eine Welt, die für einen ehrgeizigen Jungen aus einfachen Verhältnissen (der Vater starb sehr früh an Magen- und Leberkrebs, da er als Lackierer in einer Fabrik giftigen Dämpfen ausgesetzt war. Die Mutter war Herrenfriseurin) viel zu bieten hatte. Man kann gut verstehen, was die Kinder (der kleine Alfred war 1933 vier Jahre alt) am Nazisystem begeisterte, wenn man es wagt, sich in einen so jungen Menschen hineinzuversetzen, der an sich glaubt und der endlich Bestätigung bekommt und sich entwickeln kann.

Dann das schreckliche Erwachen – erst ganz am Ende des Krieges: 15 Jahre alt erfährt der junge Alfred die Wahrheit über seine Idole, und nur schwer kann er diese Wahrheit verschmerzen. Der Grundstein für seine politische Ehrenamts-Laufbahn wird in sein Herz gelegt: “Nie wieder Diktatur, nie wieder Lüge und Verführung, – nie wieder Krieg”. Der Hobby-Boxer wird Friseur, lernt unternehmerisch zu denken, eröffnet gemeinsam mit seiner Mutter und seiner ersten Ehefrau Helga, den ersten bescheidenen Laden in Gevelsberg.

Wie es Alfred Preußner geschafft hat, neben seiner zeit- und kraftzehrenden Ehrenamtsarbeit für das Friseurhandwerk – und viel später auch für die F.D.P. , so nebenbei aus dem bescheidenen Lädchen einen respektablen, erfolgreichen Friseurbetrieb zu machen, und das alles ohne reiche Eltern, ohne Erbschaft, ist beeindruckend.

Und hätte er nicht das große Glück gehabt, seine wunderbare zweite Frau Hede kennen zu lernen, die im richtigen Moment kam, um den Salon zu übernehmen und mit zahlreichen Angestellten zu einer der ersten Adressen des gesamten EN-Kreises zu führen – und die ihn als geborene “First Lady” im Ehrenamt begleiten konnte (ach, wie wichtig sind die großen Frauen großer Männer!!), ich weiß nicht, wie das alles hätte so gut enden können…

Einmal habe ich Alfred Preußner gefragt, ab wann sich denn sein Ehrenamt finanziell gelohnt hätte. Er schaute mich ganz verdutzt an: “Gelohnt? Mit dem Ehrenamt selbst kann  man kein Geld verdienen!” Man bekommt bescheidene  Aufwandsentschädigungen, aber die innere Befriedigung, für die Gemeinschaft da zu sein, das ist eine wunderbare Sache. Später, als Präsident des Deutschen Friseurhandwerks – und das war ja erst 1987 bis 2002, wurde das Amt angemessener vergütet. Und natürlich hatte ich die Möglichkeit, über meine Seminare und Vorträge mehr Nektar zu ziehen, aber mein Engagement kam wirklich aus meiner Überzeugung. 40 Jahre lang war es alles andere als finanziell rentabel!”

Es ist wie Zauberei. Ich kenne so viele Menschen, die meinen, sie wären vom Schicksal benachteiligt, weil sie kein Geld haben, keine Arbeit, keine tollen Beziehungen. Und da kommt Alfred Preußner in seiner spannenden Autobiografie und zeigt, dass man auch anpacken muss, wenn man etwas erreichen will. Absolut lesenswert vor allem für Menschen, die überlegen, sich politisch zu engagieren. Man erfährt im letzten Drittel des Buches viel von dem mühsamen Aufstieg eines Überzeugungstäters, seinem Kampf für die deutsche Ausbildungsordnung, für die Qualität des Friseurhandwerks.

Wussten Sie zum Beispiel, dass die Notwendigkeit der ständigen Fortbildung in fast keinem Handwerk so selbstverständlich ist wie bei den Friseuren?Bei kritischer Betrachtung durch den Kunden, wird dieser schon feststellen, welcher Friseur modernen Ansprüchen genügt, und welcher rückständig ist.

Ja, wer nun neugierig geworden ist, hier kann man das Buch bestellen. und wenn das zweite fertig ist, sag ich Bescheid (es wird wohl ein eher philosophisch politisches schmales Geschenkbuch). Und dann wünsch ich mir ganz doll, dass das dritte Buch ein Roman wird, eine Fiktion. Ich bin sicher, mit diesem großartigen Schreibstil, mit dieser nüchternen Leichtigkeit, wird ein Roman noch mal was ganz Eigenes, was ganz Spannendes…
Buch bestellen hier: Alfred Preußner: “Erfolg ist nicht ohne Schatten”

oder in allen Buchhandlungen unter ISBN 9783833488566

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Kommentare zu Alfred Preußner:<br /> mit über 70 Jahren wie ein Existenzgründer

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Sabine 19. Juli um 00:05 Uhr


Spannende Lebensgeschichte! Sowas macht den Menschen Mut, die glauben, dass man für die Umsetzung seiner Ideen kämpfen muss und Engagement zeigen muss! Manchmal ist es ermüdend – man hat seine schwachen Phasen. Wenn man dann liest, dass Herr Preußner selbst mit 77 die Kraft hat, wieder etwas anzufangen, an das er glaubt, hat das eine tolle Vorbildfunktion. Schade, dass das so selten ist. Gerade ehrenamtliche Tätigkeit wird ja nicht besonders gewürdigt. Sie geschieht in der Regel aus eigener Motivation. Das erfordert Rückrad, Kraft und Glaube an sich selbst und an die Idee. Respekt, sage ich da nur. Interessanter Beitrag – Danke!

Herzliche Grüße – Sabine Drechsler