Businessplan Teil 3
Neues vom Existenzgründer Blog
Die Kosten einer Gründungsberatung:
man kann natürlich seinen Businessplan selbst erarbeiten. Ich habe damals, als ich die Gründergenossenschaft entwickelt habe, den ersten Teil selbst geschrieben, – und im Laufe der Monate vor Gründung weiter gesponnen. Und das war sehr wertvoll und dank “Gründen im Team” in Zusammenarbeit mit Team-Kollegen sehr fruchtbar. Aber ich war auch in meiner Idee “vernagelt”, da ich nicht den distanzierten Blick eines Wirtschafts-Praktikers hatte. Zum Beispiel gab es in unserer Gruppe Leute, die auf Öffentliche Fördermittel und Unterstützung der Stadt hofften, andere, die über soziale Projekte mit dem Senegal einen Anfang finden wollten.
Erst, als ich den Mut fand, einen Unternehmensberater zu beauftragen, gewann die Geschäftsidee Substanz. Ohne Roland Betz würde es definitiv keine Gründergenossenschaft geben. Was es mich gekostet hat? Da ich das Glück hatte, in einem so genannten “Ziel 2-Gebiet” zu wohnen (und dort die Gründung vollzogen wurde, kostete die viertägige Gründungsberatung (also 32 Stunden insgesamt), nur ein Drittel des regulären Honorars von damals 2.800 Euro (ist natürlich von Berater zu Berater verschieden). In der Zwischenzeit sind es bei uns 3.000 Euro.
Ich zahlte also unter 1.000 Euro für die entscheidendste und wichtigste Umschwungsphase meines Lebens. Gründet man nicht in einem Ziel 2-Gebiet, erhält man immer noch 50 Prozent Zuschuss aus Fördermitteln – ein nicht rückzahlbarer Zuschuss! Wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Und dieses Geschenk macht der Staat nicht, weil er Unternehmensberater so liebt, sondern weil eine Geschäftsgründung ohne betriebswirtschaftliche Konzipierung ein Stolpern im Dschungel ist. Nach drei Jahren Erfahrung weiß ich es nun wirklich: die tollsten Geschäftsideen scheitern, wenn sie nicht durchdacht sind. Ist so, glaubt es einfach.
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 19. August 2007
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Kommentare: 8

Jan 19. August um 13:55 Uhr
Glaube ich
Was ist ein “Ziel-2-Gebiet” und woher weiß ich, ob ich in einem wohne?
Ist es das hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturfonds
Dann wohne ich wohl in einem Ziel-1-Gebiet und habe es evtl. noch besser? Krieg ich jetzt was geschenkt?
Roland Betz 20. August um 17:26 Uhr
Hallo,
neben der Beratungsförderung aus einem Programm des Bundes hat jedes Bundesland einzelne Förderprogramme zur Unterstützung von Existenzgründungsberatungen aufgelegt. Die Zuschüsse liegen normalerweise bei 50-75%.
Eva Ihnenfeldt 21. August um 13:49 Uhr
Lieber Jan,
Sorry, dass ich erst jetzt antworte – aber ich brauchte erst ein bisschen Zeit, um nach speziellen Förderprogrammen für Mecklenburg-Vorpommern zu fahnden. Ihr seid zwar Ziel 1-Gebiet, doch jede Region verfährt anders mit diesem Status. Im Septmeber startet bei Euch das KfW-Gründercoaching (maximal 3.000 Euro Honorar werden mit 65 % gefördert – im Westen nur zu 50 %) und 50% Existenzgründungsberatungsförderung gibt es auch (noch). Wenn ich noch Weiteres erfahre, veröffentliche ich es. Bis bald
Jan 21. August um 14:42 Uhr
Hallo Eva, toller Service hier
Vielen Dank schonmal für die Infos. Mal angenommen, man würde so etwas wahrnehmen wollen. Was wäre da eigentlich der erste Schritt – unabhängig von der Region, in der man lebt? IHK? Wirtschaftsfördergesellschaft? Stadt/Landkreis? Ministerium? Dieser ganze Dschungel an Institutionen, Förderprogrammen usw. ist ganz schön verwirrend. Ich würde mich auch selbst erkundigen, aber mir ist nicht einmal so recht klar, wo ich da anfangen müsste…
Eva Ihnenfeldt 21. August um 16:57 Uhr
Am besten ist erst einmal ein Gesprächstermin bei der Wirtschaftsförderung (denn eine Gründergenossenschaft gibt es bei Euch ja leider nicht…). Ganz allgemein hingehen und fragen: “Was könnt Ihr für mich tun”.
Danach ebenfalls Termin vereinbaren mit der IHK (denn eine Gründergenossenschaft gibt es bei Euch ja leider nicht…)und ebenfalls nach Angeboten für Existenzgründer fragen: Seminare, Senior Coaches, Gründungszentren etc. Dann auf jeden Fall um eine Kopie der anerkannten Gründungsberater in Schwerin bitten. Kann sein, dass auch im Internet ein Verzeichnis vorhanden ist.
Dann speziell Schwerpunkt IT-Branche suchen: was gibt es in Schwerin und Umgebung für Angebote für Gründer und Kleinunternehmen. Auch da nach guten Beratern fragen. Ebenfalls Freiwilligenverbände wie den BVMW ansprechen. Die passen auf, dass ihre Mitglieder auch gute, seriöse Arbeit leisten (das Problem ist ja, dass “Unternehmensberater” keine geschützte Bezeichnung ist!)Man kann sogar in politischen Parteien nachfragen, die in Schwerin an der Macht sind. Manchmal ein guter Ansatzpunkt (schließlich will man ja Geld verdienen
Suche genau so lange, bis Du den Richtigen gefunden hast. Wie bei den Simpsons: “Hören Sie auf Ihr Herz, Mr. Burns” “!OK, lass die Hunde los”
Franz H. Frerich 23. August um 09:11 Uhr
Gründerprobleme
Hallo Jan,
ich bin von Eva auf Deine Situation hingwiesen worden. Zweifellos ist die Gründungsphase kaum zu schaffen, wenn man keine Partner hat.
Ich bin Regionalgeschäftsführer im Bundesverband mittelständische Wirtschaft und habe die GG mit Eva von Anfang an begleitet, ihr u.a. auch den Berater zugeführt, der über die ersten Probleme hinweg geholfen hat. Darin sieht der BVMW einen Teil seiner Aufgaben. Netzwerkarbeit, die es auch
in Mek-Pom für KMU gibt. Bitte gehe doch mal im Internet auf die Seite http://www.bvmw.de, auf der rechten Seite kannst Du dann das Bundesland auswählen und unter Mek-Pom Schwerin, wo wir mit einer Landesgeschäftführung und zwei Kreisgeschäftsführern vertreten sind. Bitte setze dich mit einem der Kreisgeschäftführer in Verbindung. Er kann Dir die passenden Wege und Helfer empfehlen.
Jan 25. August um 13:16 Uhr
Vielen Dank für die Tipps. Ich denke, das hilft ein gutes Stück weiter.
Eva Ihnenfeldt 26. August um 14:22 Uhr
Ich danke Dir auch für die tollen Tipps aus Deinem Upload-Magazin. Sorry, dass ich so selten kommentiere – aber lesen tu ich dort den newsletter sehr aufmerksam (kann ich übrigens auch allen anderen Bloggern sher empfehlen!)