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Der Businessplan Teil 2

Neues vom Existenzgründer Blog

Heute beantworte ich mal kurz die Frage: warum überhaupt ein Businessplan?

Wenn man bedenkt, dass über die Hälfte der Existenzgründer aus einer Notlage heraus – nämlich der Arbeitslosigkeit – gründen, und weniger als ein Drittel aus “innovativen selbstverwirklichenden” Motiven, wird klar, dass so eine gründliche Planung einer Geschäftsgründung für viele nicht selbstverständlich ist. Wenn ich eine vermeintlich Super-Geschäftsidee habe, werde ich zu Businessplan-Wettbewerben (wie Start2grow) gehen, und nach Unterstützern und Kapitalgeben suchen.

Und ich lerne bei diesen Wettbewerben, wie wichtig die Erstellung des Konzepts ist, und was da so alles zu gehört (um später meist sehr enttäuscht zu sein, weil nur die allerwenigsten “Inno’s” wirklich Sponsoren in Tat und Kapital finden werden, so verliebt sind die Deutschen nicht in ihre Existenzgründer…)

Wenn ich gründe, weil ich vermeintlich für den heiligen “Ersten Arbeitsmarkt” nicht mehr tauge – oder nur noch für Zeitarbeitsfirmen, frage ich bei der Arbeitsagentur nach, was ich brauche, um den Gründungszuschuss zu erhalten und höre:

  • ein Existenzgründerseminar zum Nachweis meiner persönlichen Eignung – und:
  • einen Businessplan plus Tragfähigkeitsbescheinigung

Tja, und dann sehen viele zu, wie sie diese lästige Formalie so schnell und preisgünstig hinter sich bringen. Und das ist schade, denn ich habe immer erlebt: wie der Anfang, so der Verlauf. Die Gründer, die sich intensiv mit Unterstützung eines Gründungsberaters vorbereiten, bleiben am Markt, entwickeln sich weiter und betreiben ihr Geschäft professionell. Die anderen kraucheln meist ein, zwei Jahre ‘rum, und gehen oft genug baden. Zum Beispiel jede Menge IHK-Hausmeister und Seniorenhelfer.

Also was hat man vom Businessplan:

  • Man beschäftigt sich intensiv mit der Planung, man huscht nicht darüber
  • Man erhält Unterstützung bei der Entwicklung einer wirtschaftlich tragfähigen Idee (viele Ideen sind gut, doch es fehlt der zahlende Kunde!)
  • Man erkundet den Markt, die Wettbewerber, Preise, Kosten, Standorte etc.
  • Man rechnet durch: was brauch ich, was hab ich, was kann ich bis wann realistischerweise schaffen
  • Man entwickelt Perspektiven: wo will ich in drei, fünf Jahren sein und wie komm ich dahin
  • Man beschäftigt sich mit Marketing und Vertrieb: wo sitzt der zahlende Kunde und wie kann ich ihn ansprechen – und für mich gewinnen
  • man lernt die behördlichen und steuerlichen Anforderungen kennen und kann sich darauf einstellen

Tja, und wenn man Geld braucht (und sei es erst Jahre später), braucht man sowieso einen realistischen, betriebswirtschftlich fundierten, soliden, imposanten Businessplan, sonst macht man sich bei den Banken unglaubwürdig. Und außerdem gibt es ja auch Fördermittel (Förderkredite) für Gründer, dafür braucht man selbstverständlich ein gutes Geschäftskonzept, logisch.

Wenn ich damals, als ich nichts weiter hatte als eine Idee: einen schützenden Rahmen bilden für selbständige freie tätige Menschen, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen (und müssen!), nicht diesen hervorragenden Experten kennen gelernt hätte, der gemeinsam mit mir Stunden über Stunden das Konzept entwickelt hätte, – es gäbe heute keine Gründergenossenschaft (und zwar eine, die sich bald von zwei Büros auf etwa 100 Quadratmeter steigern wird!!!, juchuh)

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