SteadyNews - Existenzgründer-News, Web 2.0 Marketing, News für Selbständige und Unternehmer

2

Documenta am 18.9.2007 – Versuch einer Bewertung

Unsere Familie fährt traditionell zu jeder Documenta nach Kassel – alle fünf Jahre findet dort eine “alternative” Kunstausstellung statt, mittlerweile die größte der Welt - ich kenne die Documenta seit 1977.

Aber heute waren wir doch ein wenig enttäuscht. Wie immer gab es lauter Videoinstallationen mit Sitzgelegenheiten davor, Bilder, Fotos, aber: wo waren die spannenden, innovativen Überraschungen? Alles immer noch wie 1977? Wo sind PC-Installationen, neue Medien, aktuelle Ideen! Wo werden die Besucher interaktiv mit einbezogen? Wo war Kassel? Früher gab es überall in der City und im Park Spuren von Kunst, zur Freude und zum Zorn “normaler ” Menschen… Sind wir jetzt nur noch klassische Museumsbesucher?

………………………………………..sorry, aber ich vermute, die Revoluzzershow mit Beuys Fettecken und provozierenden Konfrontationen ist in die Jahre gekommen.

Es ist doch immer das selbe – genau wie bei Unternehmensgründungen:

die ersten drei Jahre (bei der Documenta die ersten drei Mal) sind die Gründerzeit: man ist aufgeregt, mutig, unsicher, agil, unkonventionell – man will es der Welt zeigen und ist bereit, eine Menge Opfer für seinen Traum zu bringen

die nächsten drei bis fünf Jahre sind die stabilisierenden: man baut sich ein Nest, richtet sich ein, wächst als Team zusammen und beginnt, feste Rollen zu institutionalisieren

dann kommt die “Pubertät”. Die Krise ist da und muss bewältigt werden. Es wird vielleicht langweilig, oder dem Chef fehlt langsam die Zeit, selbst mitzuarbeiten, man ist eingefahren und hat Probleme, sich und die Mitarbeiter immer wieder neu zu motivieren. Häufig ist auch ein “Brutus” erwachsen, der das ganze System zum Schwanken bringt

Und dann ist so ein Unternehmen erst einmal erwachsen, jaja, das dauert. Und um überhaupt dahin zu kommen, muss man vorsichtig sein – und doch risikobereit. Man muss Menschen für sich gewinnen können – und doch klare Position beziehen. Man muss sich immer wieder aufrappeln, und doch das loslassen können, was wirklich keine Zukunft hat. Vor allem braucht man feste Ziele, eine Vision, und wenn die erlahmt, wird es heikel – wie bei der Documenta?

Ich habe das starke Gefühl gehabt, die Institutionen (sprich Geldgeber) haben nun die Regie komplett übernommen, es wird abgestimmt und um Macht gerangelt, statt intuitiv, mutig und sinnorientiert zu komponieren, – und nicht zahlende Besucher sollen anscheinend auch nichts mehr zu sehen bekommen. OK, dann ist das halt so.

Ich würde ja gerne ein paar Fotos ins Netz stellen, aber da liegt sicher ein Urheberrecht drauf, oder???

[inspic=108,left,fullscreen,0]

………………………………………………………………………………….aber meine Kinder stelle ich mal vor: mein ältester Sohn Janosch Ihnenfeldt aus Köln und meine ältesete Tochter Elisa , die im November ein Baby erwartet (juchuh)

Diesen Artikel weiterempfehlen

Kommentare zu Documenta am 18.9.2007 – Versuch einer Bewertung

1

Dennis Arntjen 20. September um 09:10 Uhr


Bezüglich der Fotos solltest Du wirklich vorsichtig sein. Es gab mal einen Fall bei dem jemand ein Kunstwerk im Bundestag (oder war es eine andere Einrichtung des Bundes?) fotografiert und dieses Foto veröffentlicht hat. Da hat es eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung oder so gegeben…

Wenn Du Bilder veröffentlichen möchtest solltest Du vielleicht mal bei den Organisatoren der Dokumenta nachfragen ob das in Ordnung geht…

2

Eva Ihnenfeldt 20. September um 19:30 Uhr


Dachte ich’s mir doch! Ist ja auch irgendwie verständlich.
Aber so wichtig sind meine Fotos nicht, dass ich da nachfrage. Wen es interessiert, kann sicher über das Internet Fotos der Ausstellung ansehen (sie geht übrigens diesen Sonntag zu Ende)