EVA-Netzwerk Herdecke/ Wetter Veranstaltung am 6. Februar 2008
Wer hätte das gedacht. Etwa zwanzig Frauen waren zur ersten regulären Veranstaltung des neu gegründeten Netzwerkes für Frauen, die selbständig sind, werden wollen, oder beruflich nach Vernetzung streben, gekommen. Die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Städtchen Herdecke und Wetter (Evelyn Koch und Ulla Noll) waren ganz überrascht – und natürlich hoch erfreut. Für mich war der Abend aus mehreren Gründen bedeutungsvoll:
1. habe ich (wieder einmal) die Bestätigung erfahren, wie wichtig regionale Vernetzung ist. Herdecke und Wetter sind wirklich kleine Kommunen, aber das “Man kennt sich, man hilft sich” funktioniert – vielleicht sogar besser als in Großstädten, wo die Verbindlichkeit und das emotionale Miteinander verloren gehen.
2. Sicher ein Drittel der anwesenen Frauen kamen aus Städten der Umgebung, bis hin zu Lüdenscheid! Das zeigt mir, wie groß der Bedarf ist, sich auszutauschen, inspirieren zu lassen, durch Empfehlungen beruflich vorwärts zu kommen und sich weiterzubilden. Ich kann mir vorstellen, dass über Multiplikatoren der kreis mit der Zeit noch wachsen wird…
3. Ich hatte die Aufgabe, ein Referat zum Thema zu halten: “Sind Frauen die besseren Netzwerker?” Die intensive Beschäftigung mit dem Thema hat meinen Horizont mal wieder ein Stückchen erweitert. So habe ich mir nie deutlich bewusst gemacht, dass berufliche/ geschäftliche Netzwerke (also Vorankommen durch Protektion) normalerweise männlich sind! Da kommen Frauengar nicht erst rein! Und als “fleißiges Lieschen” hat man wohl kaum die Chance, in der Führungshierarchie aufzusteigen. So etwas entscheidet sich beim Bier – oder wo auch immer, aber normalerweise immer ohne anwesende (störende) Frauen…
Zweite Erkenntnis: bei den Nachforschungen für den Vortrag stieß ich auf Gesellschaftsordnungen und Kulturen, die von Frauen geführt werden. Es gibt sie selten, es gibt sie nur vereinzelt – aber es gibt sie. Zum Beispiel bei den Mosos (oder Mosuos) in China. Und eins haben diese “muttergeführten” Gesellschaften alle gemeinsam: sie sind konsenzdemokratisch, friedlich, ohne Privatbesitz, – ein Synonym in der Forschung für Matriarchat ist “Ausgleichgesellschaft”.
Heißt, wenn Frauen das Sagen haben, sogen sie dafür, dass die Schwachen gestärkt werden – die Starken geben ab. Sie arbeiten für allgemeinen Bildungsanspruch, Gesundheitsabsicherung, Entschädigung statt Strafe. Meine Recherchen-Ergebnisse waren dermaßen umwerfend eindeutig, dass ich mir nie wieder was anhören werde in Richtung “Zickenalarm”. Selbstbewusste freie Frauen sind ok, lieben den Frieden und sorgen füreinander. Punkt. Wissenschaftlich erwiesen, nicht zu widerlegende Fakten, Feirabend.
Letztendliches Resumee: da wir ja (gottseidank) immer selbstbewusster werden, da unsere Töchter da noch ein ganzes Stück weiter sind, da die “gute Partie” immer seltener und unwichtiger wird, bin ich sehr optmistisch, dass geschäftlich/ berufliche Frauennetzwerke eine Zukunft haben. Zwar wird die Gründergenossenschaft immer eine “rassistisch” unabhängige Vereinigung bleiben, aber ich gestehe, dass ich es genieße, einfach mal nur unter Frauen zu sein, mit denen man so ganz anders kommunizieren kann. Und da die Gründergenossenschaft nun auch Mitglied beim B.F.B.M. ist, werde ich garantiert diese Entdeckung leben können: im EVA-Netzwerk und im B.F.B.M. Ich freu mich.
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 07. Februar 2008
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Kommentare: 1
Ursula Betz 7. Februar um 15:22 Uhr
Der Wunsch nach Erfahrungs- und Informationsaustausch schien mir gestern Abend wie schon häufiger festgestellt groß. Zwei weiße Blätter auf dem Flip-Chart waren ruckzuck vollgeschrieben mit Erwartungen und Vorstellungen der Teilnehmer. Und ich bin mir sicher, dass sich viele auf das nächste Treffen schon freuen.