Existenzgründerberatung – der “Offene Dienstag”
Neues vom Existenzgründer-Blog
Heute war wieder einmal der “Offene Dienstag”. Und heute war richtig schönes schlechtes Wetter.
[inspic=42,left,gal,0] …………………………….8.15 Uhr. Blick aus meinem Bürofenster.
Der Regen war gut so, denn Dienstags komme ich selten vor 18 Uhr aus dem Büro, und so von acht bis 18 Uhr nur in Räumen, das fällt mir altem Hundebesitzspaziergangssüchtigem nicht so leicht…
Einmal in der Woche berate ich potentielle Gründer, egal wer, egal was, jeder ist herzlich willkommen, wir trinken ein Tässchen Kaffee, und diskutieren Geschäftsideen, behördliche Vorgaben, Rechtsformen – und was die Gründergenossenschaft eventuell für den/ die Gründer/ in tun kann.
Ich bin immer sehr gespannt auf die so unterschiedlichen Menschen, die ich bis dahin ja nur kurz telefonisch gesprochen habe. Bewusst frage ich am Telefon gar nicht nach der Idee, ich lasse mich gerne überraschen..
Heute kamen fünf Gründungswillige, bzw. Jungunternehmer, und ich gestehe, es ist schön, wenn sie sich rundum von mir gut beraten und gestärkt fühlen. Dann weiß ich immer wieder, warum ich meinen Beruf so liebe.
Schließlich habe ich die Gründergenossenschaft entwickelt, weil freies Arbeiten freier Menschen meine Zukunftsvision ist. Ich glaube, die hierarchische Beziehung zwischen strengem, aber gütigem Chef und gehorsamen und fleißigen Diener ist irgendwie megaout. Und die Praxis bestätigt mich. Langjährige Facharbeiter mit hoher Qualifikation bekommen bestenfalls noch Zeitarbeitsjobs, und Mobbing ist Alltag, einfach um Umstrukturierungen trotz deutschem Kündigungsrecht zu ermöglichen.
Außerdem kommen auch viele Menschen zu mir, die unglücklich werden, wenn sie nicht ihr kreatives Potential ausleben können – vor allem Frauen. Männer kommen meiner Erfahrung nach besser mit widrigen oder langweiligen Umständen im Arbeitsleben klar. Aber Frauen können es oft nicht aushalten, wenn sicht nichts bewegt, nichts vorangeht, wenn sie im Alltag zu versumpfen drohen.
So, jetzt ist es 22.00 Uhr, jetzt ist aber auch wirklich mal Feierabend.
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 24. Juli 2007
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Kommentare: 2

Joschi 26. Juli um 01:07 Uhr
Hi 4fache, meine und Mutter des GG-Blogs!
Endlich habe auch ich mal zeit meine emails genauer zu lesen, und von da war es ja nur ein klick und ich landete hier im Blog. Und chapaux…nicht uninteressant, und noch viel weniger unpersönlich. Mal ehrlich, ist es nicht auch ein wenig ein EI-Blog geworden?
Aber warum sollte es denn im so depersonifizierten internet nicht auch mal so gehen..?!
Naja, was ich eigentlich hier loswerden wollte ist, dass ich protestiere, wenn hier pauschal über Männer/Frauen geurteilt wird. Warum sollten Männer sich denn eher einem unbefriedigenden Arbeitsplatz ergeben und ihre Wünsche und Träume nach Selbstverwirklichung an den Nagel hängen?
Ist es der Mangel an Ehrgeiz, Mangel an Ausdauer, Mangel an Fähigkeiten oder die fehlende Unterstützung? Denn das wird wohl niemand bestreiten, ganz ohne geht es doch niergends.
Aber wie soll es denn nun klappen den Beruf und die Karriere zwischen Familie und Freunden zu jonglieren? Beides will denke ich zufrieden gestellt werde. Das Ego, aber auch das Gewissen, seinen Liebsten gerecht zu werden. Wo soll man(n) denn nun Prioritäten setzen, wo Grenzen?
In meiner Situation kann ich nur sagen, dass die ‘Karriere’ (sofern man davon im Studium überhaupt sprechen kann) eigentlich nicht das Problem darstellt, eher die Unsicherheit ob ich die richtigen Entscheidungen treffe, die mein Leben verändern werden. Damit meine ich z.B. die Entscheidung, welchen Karriere-Weg ich nach dem Studium einschlage. Passt das mit dem Rest meines ‘Lebens’ zusammen. Werde ich glücklich damit? Bin ich dem gewachsen???
Ich frage mich gerade wirklich, wann Gründung eigentlich anfängt. Mit der Idee oder mit einer Unterschrift?! Oder ist es eine Art inner Einstellung die den Lebensweg begründet.
Hoffentlich ist meine Intention Vourteile aus dem Weg zu räumen noch erkennbar. Ich glaube niemand, der noch etwas gesunden Ehrgeiz und Selbstvertrauen hat gibt sich mit einer 0-8-50 Situation im Beruf oder sonstwo länger zufrieden als unbedingt nötig. Mann wie Frau. Und das es an der Zeit ist vor allem im Berufsalltag nicht mehr geschlechterbestimmt zu denken ist wohl mitlerweile fast allen klar.
Jetzt heißt es wohl mehr denn je gute Pläne zu haben, sodass Frau wie Mann, Mutter wie Vater, und allen Berufstätigen (und Berufstätiginnen) Möglichkeiten geboten werden müssen, sich selbst sagen zu können: ich mache das gerne was ich mache.
in diesem sinne
lieben gruß,derJoschi
Eva Ihnenfeldt 27. Juli um 18:42 Uhr
Mein lieber Sohn,
ich wünschte, Du hättest viel mehr Recht mit der Vermutung, dass sich wohl niemand mit einem unbefriedigenden Beruf länger zufrieden gibt als nötig. Meiner Erfahrung nach sind viele Menschen so auf Sicherheit fixiert – bzw. haben sich so mit Verbindlichkeiten zugeschüttet (Hauskauf, Autoraten, Konsumentenkredite, Versicherungen), dass sie gegen ihre alle Überzeugung ausharren – bis sie denn krank und ausgebrannt nicht mehr funktionieren können – uns womöglioch ‘rausgeworfen werden…
Du glaubst nicht, was für Stories ich in meiner Beratung oft höre! Hervorragend qualifizierte Führungskräfte, auch Manager genannt, die seit dem Studium immer für die selbe Firma gearbeitet haben, müssen plötzlich gegen alle innere Überzeungung Arbeitskräfte abbauen, fühlen sich verantwortlich für das Unglück der ihnen Anvertrauten, lassen sich in einem seelenlosen System zermahlen, halten durch, bleiben loyal – alles aus Angst vor Arbeitslosigkeit und Veränderung. Tja, und dann werden sie krank, oder sind plötzlich zu alt, oder durch eine Fusion passen sie nicht mehr ins Konzept und zack, war alles umsonst.
Der Druck hat in Deutschland unglaublich zugenommen. Angst regiert viele Branchen, und je höher die Position, desto wackeliger häufig der Stuhl. Davon sind vor allem Männer betroffen, da Frauen seltener richtig Karriere machen. Ich habe mich dumm ausgedrückt, wenn es so rüber kam, als ob Frauen häufiger aufstrebend nach neuen Betätigungsfeldern suchen als Männer. Männer sind immer noch häufig die “Haupternährer” ihrer Familien, auf ihnen lastet eine viel höhere Verantwortung, wenn sie Frau und Kinder haben. Frauen haben oft erst einmal 400 Euro-Jobs, wenn die Kinder klein sind, und die allermeisten Halbzeitjobs sind ebenfalls weiblich.
Aber Du kennst das ja von den Patienten aus dem Krankenhaus: In “Männerzimmern” ist es für das Pflegepersonal oft netter und unkomplizierter als in “Damenzimmern”. Männer, so habe ich in meiner Erzieherausbildung gelernt, suchen nach Bewahrung, sind zufrieden mit dem Bestehenden und bauen geduldig darauf auf. Frauen sind mehr zukunftsorientiert, brauchen Veränderung, und wenn sich nichts verändert, macht es sie nervös und unzufrieden. Ich weiß, so etwas darf man heute gar nicht behaupten, aber ich bin nun mal der Überzeugung, dass es angeborene geschlechtliche Unterschiede gibt…
Aber nun zu Deiner Karriere: ich verspreche hoch und heilig, dass wir es endlich einmal anpacken, mit unserer Beraterin und Karriereplanerin Ines Werner http://www.ines-werner.de eine “Familienerfolgsgruppe” zu gründen, um die persönlichen beruflichen Lebenswege herauszuarbeiten. Ines Werner ist einfach großartig in ihrer Methodik und Effizienz, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Ich wünschte, mehr Menschen würden kapieren, wie wichtig es ist, eine Karriere-Strategie zu erarbeiten, um nicht in Hamsterräder zu geraten, aus denen es keinen undramatischen Ausweg mehr gibt…
Ich freu mich auf Dich!!!!
Deine Mutter