Existenzgründerseminar
Heute vormittag war wieder einmal unser dreistündiges Existenzgründerseminar. Wie immer etwa 20 Teilnehmer. Roland Betz, dieser erfahrene Berater, vollgestopft mit betriebswirtschaftlichem Wissen und praktischer Wirtschafts-Welt-Erfahrung, referierte über das, worauf es wirklich ankommt – fern von aller “Selbstverwirklichung” und “Geschäftsidee-Träumerei”. Er schont seine Zuhörer nicht, serviert erbarmungslos nackte Tatsachen über Rechtsform-Fallen, Finanzierungsrealitäten, Versicherungsrisiken und die Aussicht auf viel viel Arbeit für manchmal überhaupt kein Geld (wenn der Kunde nicht zahlt!).
Trotzdem sind die Teilnehmer nicht abgeschreckt. Manchmal glaube ich, sie fangen durch diesen Blickwinkel erst mal an, richtig Spaß an der Geschichte zu bekommen – es als Herausforderung zu begreifen! Sich selbständig zu machen, ist nämlich, – wenn man fachkundig begleitet wird – eine Herausforderung. Eine, die jung erhält und immer wieder zu verblüffenden Überraschungen führt. No risk, no fun!
In der Pause fragte mich eine junge Studentin, ob ich nicht im Blog häufiger von meinen Erfahrungen mit Existenzgründern berichten könnte. Das würde ich sehr gerne tun (und es wäre garantiert nicht langweilig), aber ich möchte nicht, dass Gründer in meiner Sprechstunde mir von sich erzählen und davon ausgehen können, ich verarbeitet ihre Geschichte anschließend im Internet! Sorry, ich würde wirklich gerne aus dem prallen Leben berichten, aber ich habe da eine Schweigepflicht, die sehr, sehr weit geht…
Aber von heute abend kann ich kurz berichten: ich mache nämlich jetzt ein “Train The Trainer” Seminar mit, damit ich hoffentlich bald selbst Gruppen leiten und Seminare geben kann. Und ich habe schon was gelernt: Flüchtigkeitsfehler, und seien sie noch so gering, können häufig nur mit größter Mühe wieder ausgebügelt werden. Eine gedankenlose Unhöflichkeit, ein Zwischenton, ein Platzwechsel, eine witzige Bemerkung, lauter Winzigkeiten, die Stürme auslösen können – und sei es erst Stunden später.
Ich habe mich ein wenig mit der komplizierten asiatischen Kultur beschäftigt, die voller feiner Regeln steckt, wie man sich seinen Mitmenschen gegenüber verhalten darf – und eben auch nicht – Also sooo anders sind wir auch nicht, nur ohne den Segen und den Fluch klar formulierter Gesetze.
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 17. August 2007
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Kommentare: 4

Etwa Elisa...? ;-) 18. August um 10:47 Uhr
Das hört sich super an mit der chinesischen Kultur und Mitmenschen und so weiter….
bis denn und schöne Grüße!
Der Dennis 18. August um 13:42 Uhr
Zum Thema “häufiger von meinen Erfahrungen mit Existenzgründern berichten” gibt es ja auch noch eine andere Möglichkeit.
Wie wäre es, wenn Du mit dem einen oder anderen Gründer drüber sprichst, dass Du seine Erfahrungen gerne verarbeiten möchtest? Neudeutsch nennt man das glaube ich “Success Stories”. Also Erfahrungsberichte zu einer kompletten Gründungsphase. Entweder frei vom Gründer selber (meiner Meinung nach die schlechtere Alternative) oder durch Dich moderiert.
Das ganze schön mit Fotos (Du hast ja die Fotografin quasi direkt zur Hand) aufgepeppt und Du hast ne nette Geschichte. Natürlich immer ehrlich und mit allen eventuell auftretenden Problemen. Soll ja ruhig jeder wissen, dass gründen verdammt hart sein kann…
Ursula 18. August um 20:51 Uhr
Erfahrungsberichte von einzelnen Gründern helfen anderen Gründern – egal ob sie nun gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wenn der Gründer einverstanden ist, darf das auch veröffentlicht werden. Mancher freut sich vielleicht auch, wenn er seine Story auf dem Blog wiederfindet.
Eva Ihnenfeldt 19. August um 12:48 Uhr
Ihr Lieben,
wird sofort begonnen. Danke für Eure Mithilfe. Allein ist man doch ein ganz armes “Kerlchen”