Hattingen – eine merkwürdige Stadt…
Gestern abend spielte ja Deutschland gegen Ghana bei der WM – und eine Geschäftsfreundin und ich dachten, es wäre eine gute Idee, den herrlichen Sommerabend in der Hattinger Altstadt zu genießen und dabei das Spiel auf einer Großleinwand bei Wein und Salat zu genießen. Wir setzten uns etwas abseits zum Italiener, konnten aber gut das Geschehen rund ums Spiel verfolgen.
Erste Merkwürdigkeit: es waren wirklich wenig Fans zum Public Viewing in die Altstadt gekommen – noch weniger in patriotischer Verkleidung – und nur eine einzige Vuvuzela war da! Und die trötete insgesamt auch nur zweimal (ganz kurz).
Zweite Merkwürdigkeit: während des Spiels waren die emotionalen Reaktionen doch eher verhalten – aus einem Fenster schallte es von einem privaten kleinen Fußballevent lauter zu uns herüber als die zehn Meter weiter von den vielleicht 70 Public Viewern… – allerdings beim Tor wurde dann doch gejubelt, wenn auch gänzlich ohne Vuvuzelas oder andere Verstärker…
Letzte Merkwürdigkeit: pünktlich zum Spielende standen Andrea Vogel (von www.vogelundpiepmatz.de) und ich auf und wollten den Heimweg bis zu ihrem Haus in Sieger-Feierlaune genießen – doch da war nix! Ich sprach sogar ein Ehepaar an, dass das Spiel auf der Großleinwand verfolgt hatte: “Entschuldigung, Deutschland hat doch gewonnen, warum freuen Sie sich denn gar nicht? Alle so ernst hier!” Darauf die Frau etwas säuerlich: “Naja, das war ja nun auch kein schönes Spiel” “Wie, meinen Sie, wir haben unverdient gewonnen und es gibt keinn Grund zum Feiern?” Darauf ihr Mann: “Sagen wir mal, es war ein reiner Arbeitssieg. Wenigstens sind wir eine Runde weiter”.
Kaum hupende Autos, kaum Leute auf der Straße, auch den kompleten Heimweg über null junge Menschen mit Vuvuzelas… und DANN las ich heute morgen in meinem Lokalteil, wie das Spiel bei uns in Witten verlief: “Die Fans versammelten sich massenweise auf dem Rathausplatz, blockierten mit Autokorsos die Straßen, tanzten und feierten stundenlang. Jubelnde Fans an den Straßenrändern, ohrenbetäubernder Lärm – die Polizei sah sich irgendwann dann doch gezwungen, einzuschreiten…
Eins ist sicher: Beim nächsten Spiel bleib ich zu Haus!
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 24. Juni 2010
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Kommentare: 2

Andrea Brunstein-Vogel 29. Juni um 12:45 Uhr
Liebe Eva,
…ja, das war tatsächlich MERKWÜRDIG! Aber lange wohne ich ja nicht mehr in diesem merkwürdigen Städtchent
In Düsseldorf geht es da garantiert anders ab!
Übrigens muss ich zur Entschuldigung meiner Hattinger Mitbewohner sagen, dass ihr Verhalten am Sonntag zum Achtelfinale doch merklich anders war! Wir hatten auf dem Balkon mit Freunden sozusagen “Mini-Public-Viewing” gemacht (schön mir Chips und Bierchen) und sind nachher zum Griechen um die Ecke gegangen, um was Deftiges zu holen. Und – siehe da! Da waren gaaanz viele Leute MIT Nationalfarben-Accessoires auf der Straße! Und sogar die lieben Griechen haben uns überschwenglcih zu dem tollen Spiel und Sieg gratuliert!
Es geht doch
)
Aber am Samstag gucken wir dann doch lieber in Düsseldorf, nachdem wir Antonias Kinderzimmer schön bunt angestrichen haben!
Eva Ihnenfeldt 29. Juni um 13:49 Uhr
Liebe Andrea,
ich hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich die armen Hattinger so öffentlich runtergemacht habe – das hat sich wohl über twitter und Facebook richtig viral verbreitet… aber ich denke auch – Ihr werdet Euch in Düsseldorf so richtig wohl fühlen – die D.dorfer sind supernett und aufgeschlossen – ich mag diese Stadt richtig gern