Jahresmotto 2009:
wie ich es finde und was ich damit will
“Ich möchte im Jahr 2009 öfter ans Grab meiner Eltern gehen und sie dort besuchen” Diesen Vorsatz hatte ich mir auch für 2008 schon vorgenommen und kläglich versagt. Heute morgen nun habe ich im Supermarkt meinen portugiesischen Gärtner getroffen und ihm einfach gebeichtet, was für eine schlechte Tochter ich doch bin – und er hat mich getröstet: “Mit dem Grab ist alles in Ordnung, Frau Ihnenfeldt. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich bin doch da und kümmer mich drum. Alles ist gut.” Mir fiel sooo ein Stein vom Herzen – mein schlechtes Gewissen hatte mich belastet und gelähmt, nun bin ich wieder frei. Was unterscheidet denn nun einen guten (belastenden) Vorsatz von einem guten (befreiendem) Jahresmotto – und was kann ich dafür tun?
Sylvester gibt es ja nun auch die Leute, die nicht Parties feiern und somit genug zu tun haben damit – sondern die, die im kleinen Kreis oder allein vom alten Jahr Abschied nehmen und das neue leise und bewusst einziehen lassen möchten. Diese Personen-Gruppe (z.B. Hundebesitzer
) können sich Zeit nehmen, ein Jahresmotto zu “basteln”, bei Kerzenlicht und einem guten Schluck Wein. Das macht Spaß und man hat nicht das Gefühl, der Tag sei umsonst und trübe. Was kann man tun?
1. Inspiration und Brainstorming: Es gibt viele Hilfsmittel. Man kann malen, schreiben, Karten legen, andere Orakel nutzen, in spirituellen Büchern zufällig eine Seite aufschlagen und lesen – oder jeder Anwesende bereitet eine Mini-kleine-Geschichte vor, die er/ sie erzählt – sozusagen ein Motto-Märchen.
2. Strukturieren: durch diese Tätigkeiten (die nicht lang dauern müssen, eine Stunde ist schon reichlich!) entdeckt man normalerweise einen “roten Faden” – etwas, was einen besonders berührt oder auf Ideen bringt. Die großen Themen sind eigentlich immer gleich: mehr für die Gesundheit, mehr beruflicher Erfolg, mehr Harmonie in den Beziehungen, mehr Zeit für Hobbies – oder auch zusammengefasst: Gesundheit, Liebe, Glück, Erfolg, Reichtum. Die Kunst besteht nun darin, diese Oberbegriffe zu ordnen (was davon ist mir am wichtigsten) und den “Gewinner” zu konkretisieren. “Ich will Weisheit und Erkenntnisse” ist nicht hilfreich, viel zu schwammig. Aber: ich werde Mitglied in der Kulturgemeinde und gehe 2009 in gute Theaterstücke – das ist machbar.
3. Jetzt kommt das Wichtigste: sollten so Über-Ich- Aufträge bei der Geschichte herausgekommen sein wie: “Ich gewöhne mir das Rauchen ab” oder eben: “ich gehe einmal monatlich zum Grab meiner Eltern” ist das ja schon nett – aber das sind gute Vorsätze – kein Jahresmotto! Ein Jahresmotto ist freilassend und macht Freude und Mut. Und so basteln wir als letzten Schritt
4. das Jahresmotto! Und das kann man sich ins Portemonaie legen, an die Wand heften, auf den PC-Bildschirm kleben und/ oder in den Kalender schreiben. Ein Jahresmotto sollte zum Schmunzeln bringen und stärken, es wirkt befreiend und ist am besten, wenn es schon so tut, als wäre die gewünschte Zukunft gegenwärtig. Beispiele? “Ich liebe mein Leben in Fülle” (wenn ich dringend mehr Aufträge/ mehr Geld brauche) oder “Ich fürchte nur die Gefahr, die ich fürchten will” (wenn mich eine neue Situation an Grenzen heranführt) oder “Geht nicht gibt’s nicht” (wenn ich in alten Mustern verharre, obwohl ich unglücklich damit bin) oder “Ich finde mich klasse, ganz so wie ich bin” (wenn ich zu Selbstzweifeln neige) oder “Ich werde lange leben, denn leben ist schön” (naja, da wären wir dann wieder beim Rauchen…) oder “Wenn sich einer mit mir anlegt, hat er aber Pech” (wenn ich mich ausgliefert fühle)
Ist nicht schwer – diese Jahreslosungen liegen überall herum – man muss sie nur im Kopf erfinden – selber erfinden – nicht googlen!! Viel Glück und Spaß und hier noch viel mehr Tipps zum Thema bei akademie.de
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 30. Dezember 2008
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