Krankenkasse:
welche ist richtig für Existenzgründer
Neues vom Existenzgründer Blog
Heute war zum letzten Mal in diesem Jahr ein Existenzgründer-Seminar der Gründergenossenschaft. Es war wieder einmal ein sehr interessanter Vormittag für uns alle. Ein wichtiger Punkt war mal wieder das Thema Krankenversicherung. Und zwar ist es wichtig für Existenzgründer, bei der Verhandlung über den Beitragssaatz als nun freiwillig Versicherter gut vorbereitet zu sein und an folgende Punkte zu denken:
- Gesetzliche Krankenkassen dürfen grundsätzlich keine Mitgliedsbeiträge zurückerstatten. Bleiben also meine Gewinne unterhalb dessen, was ich erwartet habe, kann ich bei Vorlage des Steuerentscheides keine zuviel gezahlten Beiträge zurückverlangen. Ergo: sehr bescheiden anfangen, vom schlechtmöglichsten Fall ausgehen, ein niedriges Einkommen erwarten und danach den Betragssatz aushandeln
- Bei selbständigen, freiwillig Versicherten zählen alle Einkünfte: auch Zinseinkünfte, Einnahmen aus Mieten – auch der Gründungszuschuss! -usw. Das Einkommen des Partners zählt nicht, wenn hierfür schon KK-Beiträge entrichtet werden.
- Die “normale” Mindestbemessungsgrenze für Selbständige liegt bei 1.800 Euro, bei Existenzgründern sind es 1.200 Euro (inklusive Gründungszuschuss!). In Ausnahmefällen kann bei besonders niedrigen Einnahmen auch später die Bemessungsgrundlage auf 1.200 Euro reduziert werden – doch die Berechnung des Vermögens wird ähnlich wie bei Hartz IV durchgeführt. Es wird die Bedarfsgemeinschaft untersucht, eventuelles Vermögen. Lebensversicherungen etc.
- Sollte sich innerhalb eines laufenden Jahres das Einkommen des Selbständigen sehr verändern, sollte dies unverzüglich der Krankenkasse angezeigt werden. Sinkt – z.B. weil ein großer Kunde wegbricht – das Einkommen, kann der KK-Beitrag gesenkt werden, steigt das Einkommen erheblich, steigt der Beitrag und muss spätestens bei Vorlage der Steuererklärung ansonsten nachgezahlt werden.
- In jedem Fall sollte eine Krankenkasse gewählt werden, die für persönliche Beratung großzügig zur Verfügung steht. Intenetkassen sind für Selbständige kaum empfehlenswert, da der Kontakt doch immer wieder erforderlich ist, und eine gute neutrale Beratung vor hohen Kosten schützen kann.
- Private KK sind ab einem gewissen Lebens-Alter einfach zu teuer, auch wenn günstige Angebote von Versicherungsvertretern gerne gemacht werden – schaut man sich die Leistungen an, wird man sehen, dass der Schutz nicht ausreichend ist. Privat ist wunderbar, aber für Selbständige ist es besser, z.B. eine Zusatzversicherung für private Behandlung im Krankenhaus – oder nur bei schweren Erkrankungen abzuschließen -, als komplett privatversichert zu sein. Es sei denn, man ist jung und weiß, dass man nie eine Familie gründen wird.
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 09. November 2007
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