Kundengewinnung – Kundenbindung
Gestern war ich in einem sehr großen Elektronik-Markt (dem einzigen in Witten), um eine CD zu kaufen. Erst einmal war es nicht so leicht, die Herren hinter dem Thresen auf mich aufmerksam zu machen (sie waren gerade – mit dem Rücken zu mir – in ein anregendes Gespräch vertieft) und als es mir durch Räuspern schließlich gelang und ich meinen Wunsch äußerte, bekam ich zur Antwort “Wie, solch gräßliche Musik hören Sie? (grins) So sehen Sie ja gar nicht aus! (kicher) Ne, die CD kommt erst am Freitag raus”. Ich versprach, meinen greulichen Musikgeschmack in Zukunft ohen ihre Hilfe auszuleben – und bestellte zu Hause in aller Ruhe im Internet bei einem Hip-Hop-Anbieter, der meinen Musikgeschmack teilt…
Tja, eine Kundin weniger – schade eigentlich. Also mein Tipp an alle Existenzgründer (die jungen Herren in dem Elektronik-Markt waren ja Angestellte – die haben andere Probleme als Kunden gewinnen – Kunden binden): meditiert darüber, Ihr wäret Eierhändler. Händler für rohe, kostbare, zerbrechliche Eier einer sehr seltenen tibetschen Goldhuhn-Rasse. Jedes Ei von unschätzbarem Wert – jeder Bruch ein kaum zu verschmerzender Verlust…
Und dann stellt Euch vor, alle diese goldenen Eier seien Eure potentiellen Kunden, Kunden, Geschäftsfreunde, Lieferanten, Auftraggeber, – und Mund-zu-Mund-Propagandisten! Und jeder, der eine gute Erfahrung mit Euch macht (uns sei es tatsächlich sogar eine kostenlose Hilfestellung oder Beratung) ist kostbarer als eine teure Werbemaßnahme – und jeder, der enttäuscht von Euch ist (beleidigt,verschreckt, gekränkt) macht teure Werbemaßnahmen zunichte, weil er natürlich gerne seine schlechten Erfahrungen weitererzählt!
Und was diesen grooooßen Elektronikmarkt angeht (wo viele Kunden häufig unter der Urlaubs-Laune der Angestellten zu leiden haben): Mensch, Ihr gebt so viel Geld für Werbung aus: wie wäre es denn mit ein paar Euro für Testkunden und Weiterbildungsmaßnahmen? Denn sogar Angestellte sind auf die guten Geschäfte und Gewinne ihrer “Herren” angewisen – wenn sie auch lieber nach dem Satz leben: “Jetzt stell ich schon meine kostbare Zeit dem bösen Kapitalisten zur Verfügung – mehr kann man nun wirklich nicht von mir verlangen…”
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 29. Mai 2008
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Kommentare: 2

Dennis Arntjen 29. Mai um 23:04 Uhr
*hehe* Sehr gut…
Aber da mir der einzige Elektronikmarkt in Witten und auch seine Verwamdtemn aus dem gleichen Konzern eh stinken, geh ich dort nur noch im äußersten Notfall hin…
Was ich aber tatsächlich nicht verstehen kann, sind Angestellte, die zwar gerne ihr Gehalt kassieren aber nicht kapieren, dass eben dieses Gehalt von Ihren Kunden gezahlt wird. Da kenne ich auch so ein paar Marken! Na ja…
Eva Ihnenfeldt 30. Mai um 12:23 Uhr
Hi Dennis!!!! Tja, vielleicht macht dieser groooße Markt ja eigentlich nur noch lukrative World-Player Geldgeschäfte, und sein eigentlicher Geschäftssinn ist nur noch ein “schmückendes Beiwerk”?
Nur schade, dass es so wenig Konkurrenz gibt! Aber mit meinem Hiphop-Internet-Anbieter bin sehr zufrieden und freu mich, so ebngaierte junge Leute unterstützen zu können. Von daher ist auch diese Erfahrung wieder für irgendwas gut…
http://www.urban.de
Sehr sympathisch… und das Album von Sido (ach, “Augen auf” ist sooo klasse!) hab ich jetzt auch bestellt