Pech für Samsung:
Man legt sich nicht mit Bloggern an…
Für Werbung und PR geben internationale Konzerne viel Geld aus – und dann benehmen sie sich so unglaublich dumm? Samsung hatte zur Elektronik-Messe IFA indische Technik-Blogger nach Berlin eingeladen. Aber anstatt die Blogger zu hofieren, so wie man es mit Journalisten tut, verlangte der Konzern, dass die Blogger Samsung-Uniformen anziehen sollten, eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben – und als “Marketing-Botschafter” für Samsung auf der Messe Werbung machen sollten. Anderseits würde sofort das Hotelzimmer gekündigt und der Rückflug storniert.
Zwar waren fast alle Blogger so eingeschüchtert, dass sie die Verschwiegenheitserklärung unterzeichneten, doch ein Blogger, Clinton Jeff, zeigte Rückgrat und weigerte sich zu unterschreiben. Stattdessen ging er an die Öffentlichkeit und berichtete bei Twitter über die Praktiken des südkoreanischen Konzerns. So sollte er als Promoter auf dem Samsung-Messestand arbeiten – wovon vor der Reise (die Blogger hatten einen Samsung-Wettbewerb und damit die Reise zur IFA gewonnen) anscheinend nie die Rede gewesen war.
Als Samsung erfuhr, dass Jeff negativ über seine Erfahrungen twitterte, wurde von Samsung sein Rückflug storniert. Der mutige junge Mann hatte Glück im Unglück: Nokia erfuhr von der Story und sprang ein: Der finnische Konzern bezahlte Hotel und Rückflug nach Indien, natürlich ohne irgendwelche Gegenleistungen zu verlangen
Und schon heute steht es in der Weltpresse: “Samsung versucht, Blogger aus Schwellenländern als billige Werbearbeiter durch Täuschung und Erpressung zu missbrauchen”. Ob Spiegel, Süddeutsche, Welt oder die Berliner Morgenpost – kaum einem Zeitungsleser wird dies entgangen sein.
Tja, und was lernen wir daraus? Leg Dich nicht mit Bloggern an. Diese neue Form des Bürgerjournalismus ist mächtig – und viele Blogger sind eng verbunden mit Journalisten, treffen sich auf gemeinsamen BARcamps und kommunizieren mit ihnen über soziale Medien. @Clinton Jeff war bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal sehr bekannt (einen Tag nach der Schlagzeile hat er bei Twitter 3.600 Follower) – aber er hat ein mächtiges Werkzeug, das ihn geschützt hat: “Virales Marketing”! Dadurch, dass gerade ehrliche Empörung sich verbreitet wie Masern, sollten Unternehmen wirklich vorsichtig sein – Samsung wird seine Kampagne noch bitter bereuen…
Quelle: Weltonline
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 04. September 2012
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