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Sind Frauen die besseren Netzwerker?…

…wurde ich am Freitag in einer Talkrunde bei G.i.T. gefragt. Unzufrieden mit meiner Reaktion (ich bin in Talkrunden immer extrem kurz bei meinen Antworten – da ich nicht langweilen und dominieren will – aber zu kurz ist genauso falsch wie zu lang, dann versteht mich nämlich keiner) und ständig mit Netzwerken konfrontiert, habe ich bis jetzt viel darüber nachgedacht (was ich so alles hätte antworten können, wenn ich es denn mal ausführlich getan hätte..)

Kennen Sie noch die drei “K”‘s? Kinder, Küche, Kirche? Wie bequem war es doch, als die Frauen für diese Bereiche “abgerichtet” waren, ihre Dienerrolle als selbstverständlichen Lebenszweck akzeptierten und brav an die eigenen Töchter weitergaben: “Heiraten ist Deine Bestimmung. Such Dir einen beruflich aufstrebenden Mann, dann bist Du gut versorgt und kannst ein sorgenfreies Leben im Kreis Deiner Familie führen – so führst Du Dein eigenes kleines erfolgreiches Familienunternehmen”

Man kann diesem Ideal noch so nachtrauern, es ist, sorry, Vergangenheit. Männer haben keine Lust mehr auf die Ernährer-Rolle, da die Frauen sie nicht mehr bedingungslos ummuttern und umsorgen, und Frauen fühlen sich nicht mehr wohl mit der Rolle der “Frau im Hintergrund”, die die Karriere ihres Mannes ebnet, die Kinder auf den gesellschaftlich erfolgreichen Weg vorbereitet und von den Früchten ihres stillen Werkes profitiert.

Außerdem erlaubt die wirtschaftliche Situation diese Rollenverteilung nur noch in den seltensten Fällen, – immer weniger Männer verdienen genug, um eine Familie mit mehreren Kindern allein zu ernähren (das sind dann die wirklich Erfolgreichen mit drei oder mehr Kindern und oft sehr attraktiven Frauen).

Aber man auch drei neue K’s benennen:

Kümmern, Kommunikation, Kontrolle.

Und da sind wir schon beim Thema Netzwerken. Heute gibt es dreimal so viele Demokratien wie vor dreißig Jahren auf der Welt, und immer mehr Länder wachsen in einen Wohlstand, der vor allem auf Bildung, Meinungsfreiheit und Gewaltfreiheit beruht. Je bewusster und gebildeter eine Gesellschaft, desto wahrscheinlicher sind friedliches Zusammenleben und materiell gesicherte Existenz. Und diese Erkenntnisse sind nun mal – typisch weiblich! Die gute alte Mutterrolle, Kinder zu gesellschaftlich erfolgreichen Wesen zu erziehen, auf ganze Gesellschaften übertragen! Liebe, Akzeptanz, Kontrolle und Respekt als Grundbedingung friedlicher Koexistenz!

Mir wird oft (gerade von Frauen) gesagt, dass Frauen hinterhältig, intrigant und berechnend agieren, – doch sind das nicht nur einfach typische Verhaltensweisen von Unterdrückten? Egal, welcher Coleur? Hat das nicht einfach mit dem mangelnden Selbstbewusstsein der Generationen zu tun, die immer nur indirekt ihren Vorteil gewinnen können, indem sie ihre “Herren” verzaubern und umschmeicheln? – Oder auch durch zähe kontinuierliche Beeinflussung unterdücken? Und die andere Frauen vor allem als Konkurenz betrachteten im Kampf um das beste Ernährermännchen?

OK, genug der schmerzvollen Aufarbeitung. Ich bin überzeugt davon, dass freie, selbstbewusste Frauen in der “modernen” Gesellschaft imer mehr Raum einnehmen werden, immer mehr die Fäden in der Hand halten, immer mehr Ethik und Werte bestimmen. Ich bin vor allem überzeugt davon, dass Männer und Frauen von Geburt an sehr unterschiedlich sind und ganz unterschiedlich ausgerichtet: Männer suchen klare Rangfolgen, klare Hierarchien, feste Gruppenanordnungen. Innerhalb dieser Geborgenheit sind sie die Forschenden, die Lösungsorientierten, die Sachbezogenen. Sie interessieren sich für Technik, Kunst und Erfindungen, ihre ständige Unruhe und latente Aggressivität treibt sie an, auch wenn sie keinen direkten materiellen Vorteil davon erwarten.

Frauen sind beziehungsbezogen, sie haben keine klaren Hierarchien (und deshalb auch oft Streit). Sie sind zukunftsorientiert und vorsichtig (daher die Sehnsucht nach Kontrolle). Sie streben nach ständiger persönlicher Entwicklung, um ihr “Kümmern” zu verbessern, denn ihre Mutterrolle durchzieht all ihr Tun. Alles, was sie verfolgen, muss einen Sinn haben, einen Nutzen. Sie sind die besseren Gastgeber und können sich an Situationen anpassen, wenn es dem “Großen Ganzen” nützt.

Mädchen sind besser in der Schule, Mädchen sind viel seltener verhaltensauffällig, Mädchen sind bei Lehrern oft beliebter, da sie kommunikativer, sozialer und ruhiger sind als ihre nach festen Regeln und Raufereien suchenden Brüder. Jungen flüchten sich in die Second World am PC, finden immer seltener Raum zum ungestörten Toben, dürfen immer weniger “männlich” sein, aggressiv und kompromisslos forschend. Schade eigentlich – aber nach so vielen Jahrhunderten männlicher Herrschaft wohl einfach mal dran.

Ich zumindest (die lange, lange im Konkurenzkampf der Weibchen am liebsten nur männliche Freunde und Arbeitskollegen hatte) genieße es, immer mehr mit Frauen zu tun zu haben. Da kann ich direkt sagen, worum es geht und bekomme ehrliches Feedback. Da geht alles schneller, weil man nicht erst auf Rangordnungsgerücke Rücksicht nehmen muss. Da treffe ich mit Kommunikations-Profis zusammen, für die es selbstverständlich ist, sich kontiunierlich verbessern zu wollen. Und das Argument, dass Frauen nicht genügend ans Geld verdienen denken beim Netzwerken, kann ich nicht unterstützen. Auch Männer machen in ihren traditionellen (leider aussterbenden) Netzwerken viel für die Anderen (z.B. beim Hausbau helfen oder Grillen), aber Frauen können über ihre Schwächen dabei reden und sich so auch beim geschäftlichen Vorwärtskommen effizienter unterstützen, weil sie sich trauen, ehrlich darüber zu kommunizieren.

Was uns eher am Erfolg hindert, ist diese Streitsucht, da uns die “ewig festgelegten” Hierarchien fehlen. Dieses unkalkulierbare Umschmeißen von funktionierenden Systemen, da wir schlecht akzeptieren, wenn eine Frau sich hervorheben will und dominiert. Und dann hat man als “Oberweibchen” leicht eine ganze Clique kommunizierender Frauen gegen sich – und dann Prost Mahlzeit, das ist nicht gar nicht lustig!

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……………………………………………Dr. Andreas Lutz hielt am Freitag bei G.i.T. in Düsseldorf einen Vortrag über die Bedeutung von Netzwerken für Existenzgründer und Jung-Unternehmen. Er ist seit mehr als zehn Jahren erfolgreicher Netzwerker und unterstützt mit seinem Internet-Portal, mit Workshops und Büchern Existenzgründer auf vielfältige Weise. Anschließend waren wir gemeinsam Gäste der Talkrunde und konnten danach noch untereinander “netzwerken”. Würde mich freuen, wenn wir noch weiter miteinander zu tun hätten! :wink:

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