“Social Networking” wird zu Big Brother…
StudiVZ verkauft ab dem nächsten Jahr die privaten Daten der Nutzer, wie die Tageszeitung “Die Welt” heute berichtet. Schon vor ein paar Tagen hatte ich eine ähnliche Nachricht zu Facebook gefunden. Noch ist Facebook nicht im deutschsprachigen Raum etabliert, aber ab Januar will auch dieses Kommunikations-Portal den deutschen Markt erobern und StudiVZ (und Xing!) Konkurrenz machen (Facebook ist ja sowieso das eigentliche Original mit etwa 30 Millionen Mitgliedern weltweit).
Ich habe immer darauf gewartet, dass unsere Internet-Offenherzigkeit zum “gläsernen Menschen” mutiert. Orwell durch die harmlose Hintertür der Erkenntnis: “Ich habe doch nichts zu verstecken, jeder darf ruhig alles über mich wissen. Und wenn ich gezielte Werbung dadurch erhalte, ist das doch auch mein Nutzen – vielleicht ist ja was Interessantes dabei – oder ein Schnäppchen…”
Solange es der politische und wirtschaftliche “Überbau” schafft, uns glaubhaft zu machen, dass wir die eigentlichen Bestimmer sind, demokratisch entscheiden können und unsere Anschauungen offen ohne Gefahr vertreten können, ist das ja auch alles wirklich nett – zwar ein wenig exhibitionistisch, aber verständlich, da ja alles so weiträumig, kurzzeitig und anonym geworden ist. Ich selbst habe auch viel Freude daran, mich wie ein “Mini-Promi” samt meiner Familie einer Öffentlichkeit zu präsentieren, die aus irgendwelchen Gründen Interesse daran zeigt
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Aber nur mal so angenommen, nur mal so zum Spaß: was wäre, wenn irgendeine politische Krise eintritt? Wenn durch Börsen-Crashs Aufruhr in der Bevölkerung entsteht, wenn durch objektiv gerechtfertigte Umstände entschieden wird, die Mitbürger zu selektieren in die “funktionierenden” und die “unzuverlässigen”? Wenn eine soziologische DNA von jedem Einwohner für sinnvoll erachtet wird Sind wir nicht gerade dabei…)? Wenn die wirtschaftspsychologische Forschung immer bessere Manipilationsmöglichkeiten findet, da ihnen ja so wunderbar umfangreiche Persönlichkeitsprofile zum Experimentieren zur Verfügung stehen?
Oder wenn wir einfach weitermachen bei dem Weg, immer mehr Staat in die Privatsphären der Menschen eindringen zu lassen, von der Geburt (selbstverständlich kommt das Jugendamt nur, damit keine Misshandlungen von Kindern passieren) bis zum Kombilohn? Von der perfekten Verwaltung und Kontrolle eines Drittels der Gesellschaft, der Hartz-IV-Kaste bis zur flächendeckenden Ausspionierung unserer privaten Post.
Schöne neue Welt. Ich bin gespannt, ob ich noch selbst erleben werde, dass ich beim besten Willen keine Idee habe, wie ich noch unerkannt kommunizieren soll, weil die Umstände es dringend erforderlich machen… , hoffe bis dahin hat sich ein Hacker mit der Gründergenossenschaft selbständig gemacht
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 14. Dezember 2007
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Kommentare: 1
Dennis Arntjen 15. Dezember um 15:13 Uhr
Das ist ein Thema mit dem ich mich seit ein paar Wochen beschäftige. Wenn man sich das einfach mal vor Augen hält, müsste jedem klar sein das Orwell schon ganz nah ist.