“Virales Marketing” – die Definition
Bis gestern wusste ich nicht so richtig, was “virales Marketing” bedeutet. Dann war ich auf der Online-Marketing-Messe in Düsseldorf – gemeinsam mit meinem Programmier-Kooperationspartner Dietmar Bätzel - und nun wissen wir es und werden es gerne den anderen “Digital Immigrants” erläutern (die Digital Natives – also die Jugend von heute – wissen es nämlich von allein).
Virales Marketing ist im Grunde genommen nichts weiter als die Weiterempfehlung auf Basis des Internets. Man hat ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Geschäft. Man bemüht sich, es über soziale Netze (also Web 2.0.) zu verbreiten – und natürlich mit positiver Bewertung von Kunden, Freunden, Nutzern, Interessenten zu versehen. So gibt es die Möglichkeit, als Händler bei Ciao mitzumachen. Auch wenn man nicht der Billigste sein kann, kann man ja der Netteste, der Zuverlässigste, Schnellste, Serviceorientierteste sein. Denn viele Kunden suchen heute nicht mehr nur nach Discounterpreisen. Service steigt im Bewusstsein.
Oder man stellt einen Film ein bei Youtube – in den eigenen Blog – auf die Firmenhompage. Was Lustiges, Provokatives, Sympathisches, Mutiges. Kommt es gut an, kann es eine Epedemie auslösen und sich in Windeseile verbreiten (wie eben auch der Film “Zeitgeist”, der 2007 ins Netz gestellt wurde – und vom Erfolg her alles schlägt, was je an Filmen im Netz war).
Wichtig für virales Marketing ist Ehrlichkeit, Begeisterung, Beharrlichkeit und Beziehungspflege. Es kostet Zeit und braucht das richtige Werkzeug. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Menschen keine “Zielgruppe” sind, sondern eben Menschen, Individuen, die als solche wahrgenommen werden wollen.
Virales Marketing bedeutet die Bereitschaft zur Kommunikation, zum Austausch. So wird der Kunde zum “Promoter”. Einer Studie nach sind 80% der Nutzer interessiert an Weblogs. Auch Newsletter mit interaktiven Modulen (Umfragen, Gewinnspiele, Feed-Backs, Foren) können eine Plattform sein, um zu kommunizieren.
“Virale” Unternehmen sind emotional, hinterlassen Spuren im Netz, steigern ihre Nützlichkeit durch häufigeren Gebrauch und legen Wert auf Kommunikation. Blogs und Communities sind die wichtigsten “Epedemie-Zentren”. Internet-Werbung wandelt sich immer mehr vom unerwünschten, lästigen Randprodukt zur erwünschten Story und zum akzeptierten Teilnehmer der Kommunikationsportale.
Klar, eine zwiespältige Entwicklung, aber für die Digital Natives (die Jugend eben) normal. Und wir Digital Immigrants (alles ab 35, 40 eben) täten gut daran, uns nicht komplett zu verweigern. Sonst werden wir bald meckernde Greise, die kaum noch in der Lage sind, Fahrkarten zu buchen – geschweige denn flexibel und klug auf Marktentwicklungen zu reagieren…
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 19. September 2008
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