Wirtschaftsstandort Dortmund – aus Sicht der IHK
Es ist nicht so leicht, diesen Beitrag zu beginnen. Wenn man große Ohren vom staunenden Zuhören bekommen könnte, dann wären meine Ohren heute abend ganz schön gewachsen.
Ich werde mich bemühen, die geballten Informationen über den Wirtschaftsstandort Dortmund, die ich heute bei einer IHK-Veranstaltung für Jungunternehmen von dem Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund, Reinhard Schulz, von Klaus Brendscheidt (dem stellvertr. Geschäftsführer) und vom zuständigen Sachgebietsleiter “Weiterbildung”, Elmar Koch , erhalten habe, knapp zusammenzufassen. Als Häppchen vorneweg ein Rätsel: die wievieltgrößte Stadt in NRW ist Dortmund wohl?
[inspic=318,left,gal,0]……………………..Das sind vier Herren der IHK Dortmund, die ich heute Abend kennenlernen durfte, von links nach rechts: Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz; Klaus Brenscheidt, stellvertr. Geschäftsführer; Herbert Holinde, Sachgebietsleiter Arbeitsschutz und Umwelt; und Klaus Pradler, Wirtschaftsarchiv.
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Erst einmal sprach ich auf der gut besuchten Visitenkartenparty mit IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz. Meine erste Frage war “Was ist das Alleinstellungsmerkmal der IHK Dortmund?” Ich kenne ja nun schon einige IHK’s – und es ist wie bei Mc Donalds: kein Laden gleicht dem anderen
Seine Antwort, völlig überzeugt und überzeugend ehrlich: “Das Geheimnis sind die Personen”. Dortmund (mit Hamm und dem Kreis Unna) hat es geschafft, ein rasantes Wachstum der ansässigen Unternehmen zu bewerkstelligen – von 30.000 vor zehn Jahren auf 55.000 heute. Und dass dies gelang, ist der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung zu verdanken!
“Der Transfer beginnt in den Köpfen. Man kann Veränderung nicht verordnen, die Beteiligten müssen es wollen!” Tja, Dortmund ist eben eine “professionelle” echte Großstadt: man denkt frei, man spricht frei, und nach außen tritt man geschlossen und mit einer Stimme auf.
Und da sind wir schon bei der Auflösung des oben gestellten Rätsels: Dortmund hat es geschafft, Essen als zweitgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens abzulösen. In Dortmund wächst die Bevölkerung nämlich! Nach Köln ist Dortmund nun zweitgrößte Stadt NRW’s.
Diese Bevölkerung braucht Arbeitsplätze. Und so ist im Moment das wichtigste Thema der beteiligten Köpfe die bedrohte Zukunft des Dortmunder Flughafens.
Was in Dortmund die enorme Expansion junger Unternehmen ausgelöst hat, ist ganz viel der hohe Stellenwert der Forschung. Das Technologiezentrum Dortmund hat sich seit seiner Gründungimmer wieder gewandelt, ist gewachsen, hat sich vergrößert, hat expandierende Produktionsstätten ausgespuckt, trommelt, lockt und forscht, ist heute ein brodelnder Kessel mit 235 High-Tech-Unternehmen und über 8.400 Beschäftigten und immer neuen Ideen.
In ganz Dortmund entstehen immer mehr Technologiezentren, verwaiste Betriebsstätten aus dem “industriellen Zeitalter” werden umgebaut, füllen sich mit Gründern, gehen in die Produktion und schaffen Arbeitsplätze!
Soweit in absoluter Kurzform das Gespräch mit Reinhard Schulz – nun zum stellvertretenden Geschäftsführer Klaus Brenscheidt. Dieser ergänzte die fehlenden Puzzle-Teilchen, denn noch immer war ich nicht ganz rund mit meiner Antwort: “Was ist das Alleinstellungsmerkmal des Wirtschaftsstandorts Dortmund?”
In den 80er Jahren wurde Dortmund gemeinsam mit nur zwei anderen Städten in Deutschland zum Standort einer “innovationsorientierten Wirtschaftsförderung”. Das erlaubte der Stadt, die damals in einer tiefen Krise steckte, eine komplette Umorientierung hin zu Unternehmensförderung, Forschung und Entwicklung. Das war bitter nötig und dank des guten Zusammenhalts der entscheidenden Köpfe erfolgreich: heute gibt es in Dortmund tatsächlich nicht einen einzigen Konzern mehr (wenn man von den Konzern-Strukturen der großen ansässigen Versicherungen absieht) – und ohne diese Rettungsaktion wäre Dortmund nun sicher bitterarm und perspektivlos.
Nur noch 17 Prozent der Arbeitsplätze liegen im produzierenden Gewerbe! Und es gibt fast ausschließlich mittelständische Unternehmen – zu über 70 Prozent in der Dienstleistungsbranche angesiedelt. Also hieß und heißt die Devise: Weg von der Ressource – hin zur wissensorientierten Gesellschaft.
Früher hieß es über das Ruhrgebiet: “Schwarz wie Kohle, grau wie Stahl und kupfern wie Bier” Heute ist nichts, aber auch wirklich nichts mehr davon übrig und wahr.
Und dann bekam ich noch einen Kurzlehrgang zum Dortmunder U. Das wird nämlich das Zentrum der Dortmunder Kreativwirtschaft! 2010 ist alles fertig. Na, da wurden meine Ohren nun entgültig groß. Ein Zentrum der Kreativen! Freunde!
Klaus Brenscheidt betont, wie wichtig die Kreativwirtschaft neben Technologie und Logistik werden wird für Dortmund. Auf dem Weltmarkt gibt es (wie auch in der Provinz) nur zwei Wege: “gut oder billig”. Und gut hat viel mit Kreativität zu tun. Von den Ingenieuren bis hin zu den Werbeagenturen und Künstlern – und
was ist schließlich Werbung? Eine Mischung aus Information und Emotion. Die “Kunst der freiwilligen Beeinflussung”!
Woran es noch immer mangelt, ist die Außenwahrnehmung. Noch immer wird Dortmund als Stadt des Bieres und des Stahls verstanden, und es ist sehr schwer, das neue Dortmund in die Köpfe zu transportieren.
Und woran es auch mangelt, ist die gute Ausbildung unserer Jugend. Schlecht qualifizierteMitarbeiter werden kaum noch gebraucht, und Dortmund ist voll von Langzeitarbeitslosen, für die es kaum eine Perspektive gibt. Schade, dass in Deutschland Bildung Ländersache ist. Wirklich, wirklich schade. Mögen wir die Konsequenzen überleben – irgendwie…
Jetzt könnte ich noch ganz viel über die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten der IHK Dortmund schreiben, aber das wird zu lang. Ich hab den Katalog da. Und ich habe das Prinzip verstanden. Auch dieser “Lehrgang” war gut, komprimiert, engagiert und einprägsam. Wenn also jemand Interesse an weiteren Informatinen hat, kann er/sie mich gerne anrufen!
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Von: Eva Ihnenfeldt
Datum: 10. September 2008
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